Planet History

Bildung als Schlüssel zu einer besseren Welt?

Interview mit Reiner Klingholz und Wolfgang Lutz zur Bedeutung von Bildung für die Zukunft

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Radikalisierung: Die meisten hausgemachten Probleme der heutigen Gesellschaft lassen sich auf mangelnde Bildung zurückführen. Die Antwort auf Fragen der Bildung müssen internationale Anstrengungen für die Bildung breiter Bevölkerungsschichten sein, sagen die Demographieforscher Prof. Reiner Klingholz und Prof. Wolfgang Lutz. Denn auch die Folgen mangelnder Bildung seien weltweit zu spüren und machten vor Grenzen nicht Halt. Sie zeigen in ihrem Band „Wer überlebt? Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit“ exemplarisch die Ursachen, Wirkungen und Risiken niedriger Bildung auf und entwickeln mögliche Szenarien, nach denen sich das Bildungsniveau der Weltbevölkerung und mit ihm die Krisen der Moderne entwickeln könnten.

Empfehlung: #archive20 #ArchivCamp | „Offene Archive“: 19./20.6., Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Duisburg

Schon zum vierten Mal findet in diesem Jahr die Tagung „Offene Archive“ statt: Vom 19. bis zum 20. Juni wird im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen in Duisburg diskutiert: Auch diesmal stehen wieder moderne und innovative Entwicklungen im deutschen und internationalen Archivwesen im Mittelpunkt, vom archivischen Bloggen über digitale…

On magical manuscripts in Early Modern Europe

How to trade illegal book collections in eighteenth century Germany

Dear colleagues,
my new book „Magical Manuscripts in Early Modern Europe. The Clandestine Trade in Illegal Book Collections“ (Basingstoke 2017) presents the story of a unique collection of 140 manuscripts of ‘learned magic’ that was sold for a fantastic sum within the clandestine channels of the German book trade in the early eighteenth century. Written in collaboration with Bernd-Christian Otto (Erfurt, Germany) the book will interpret this collection from two angles – as an artefact of the early modern book market as well as the longue-durée tradition of Western learned magic –, thus taking a new stance towards scribal texts that are often regarded as eccentric, peripheral, or marginal. We structured the study by the apparent exceptionality, scarcity, and illegality of the collection, and provide chapters on clandestine activities in European book markets, questions of censorship regimes and efficiency, the use of manuscripts in an age of print, and the history of learned magic in early modern Europe. As the collection has survived till this day in Leipzig University Library, the book provides a critical edition of the 1710 selling catalogue, which includes a brief content analysis of all extant manuscripts. We hope that the study will be of interest to scholars and students from a variety of fields, such as early modern book history, the history of magic, cultural history, the sociology of religion, or the study of Western esotericism.
http://www.palgrave.com/de/book/9783319595245 

Conférence: Copie et circulation des textes eschatologiques dans les manuscrits de la péninsule Ibérique (VIIIe–XIe siècles)

La prochaine séance du séminaire d’histoire médiévale organisé par l’École pratique des hautes études (Laurent Morelle) et l’Institut historique allemand (Rolf Große) se tiendra le mercredi 28 juin 2017 de 10h00 à 12h00 à l’IHA, 8 rue du Parc-Royal, 75003 Paris. Au programme: Gaëlle Bosseman (École pratique des hautes études), »Copie et circulation des textes eschatologiques dans les manuscrits de la péninsule Ibérique…

Krimskrams: Satyricon — Mittelaltermark oder seriös? — Kleines Nähprojekt — Diebstahl in Pompeji — Unachtsame Archäologin

Satyricon
Im Laufe der Jahre ist mir in Sach- und Fachbüchern über die Antike eine Quelle auffällig oft untergekommen: Petrons Schlemenroman Satyricon bzw. die darin enthaltene Episode „Das Gastmahl des Trimalchio“.
Der antike Text ist vollgepackt mit Detailinformationen zum römischen Alltagsleben – ganz besonders zur Esskultur. Ich werde daher die von mir kürzlich gelesene Reclam-Übersetzung (die gewisse ‚Eigenheiten‘ aufweist) hier in den kommenden Monaten noch detailliert besprechen.

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Mittelaltermarkt oder seriöse Museumsveranstaltung?

Was meinen die Leser; handelt es sich beim jüngsten Event der Klosterbaustelle Campus Galli um eine seriöse Veranstaltung (von einem Lokalmedium als „Historischer Markt“ bezeichnet) oder haben wir es hier unterm Strich eher mit einer mittelaltermarkt-mäßigen Histotainment-Lärmerei zu tun? Klick mich
Mit dabei war übrigens auch wieder die legendäre gürtellose Arbeitsanleiterin, über deren Beweggrüde für den Verzicht auf einen Gürtel auch nach bald 5 Jahren modischer Eigenwilligkeit keinesfalls spekuliert werden darf 😉

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Kleines Nähprojekt

Ich habe schon länger nichts mehr für meine beiden Living-History-Ausstattungen genäht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich vom Nähen relativ leicht Kopfschmerzen bekomme (wegen der gebückten Haltung). Wenn ich allerdings nicht wesentlich mehr als 20 Minuten am Stück nähe, dann geht es. 

Geplant sind zwei Beutel aus naturfarbenem Leinen und eine phrygische Mütze aus Wolle mit Leinenfutter; ich habe übrigens zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt keine Ahnung, wie man das Futter sauber in die Mütze hineinfummelt (die Naht mit der das Futter befestigt wird, sollte mehr oder weniger verdeckt sein),
Außerdem brauche ich für besagte Mütze noch einen passenden roten Schurwollstoff, aus welcher der aufgenähte Saum gemacht werden soll. Mal sehen, ob ich irgendwelche Stoffreste dafür auftreiben kann. Weil extra etwas zu bestellen lohnt sich sich bei der minimalen Menge nicht, die ich benötige.
Im Sommerurlaub, wenn das Blog für einen Monat pausiert, soll es losgehen. Bei meinem üblichen Schneckentempo bin ich vermutlich irgendwann knapp vor Weihnachten damit fertig 😊. Auf jeden Fall möchte ich dann auch einen Beitrag über die Arbeiten an Beuteln und Mütze verfassen, in dem Arbeitsschritte, Schnittmuster, verwendete Nähstiche usw. genau und leicht nachvollziehbar dargelegt werden.
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Diebstahl in Pompeji


Ein wertvolles Bronzeobjekt – genauer gesagt ein Türbeschlag – wurde in der antiken Ruinenstadt Pompeji entwendet, schreibt die Zeitung der Standard: Klick mich
Interessant, dass es eine solche Meldung überhaupt in die Zeitung schafft. Mir hat nämlich eine gute Freundin mit besten Verbindungen nach Pompeji erzählt, dass dort und im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel (wo viele Funde aus Pompeji ausgestellt sind) immer wieder Objekte verschwinden. Das hätte sich innerhalb der letzten 100 Jahre dermaßen summiert, dass man mit all dem Diebesgut eine stattliche Ausstellung bestücken könnte …

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Unachtsame Archäologin

Die vorangegangene Meldung erinnerte mich an eine andere Geschichte. Dieselbe Freundin, die mir berichtete, dass das Abhandenkommen von Funden in Pompeji eine gewisse Tradition besitzt, war vor nicht allzu langer Zeit in Wien unterwegs. Wie es der Zufall so wollte, kam sie beim Shoppen an einer archäologischen Ausgrabung vorbei und stellte sich zu ein paar Schaulustigen, die das Treiben beobachteten. Da meinte jemand neben ihr, dass eine der Ausgräberinnen in der Grube ständig über etwas Schmutzig-Weißes latscht, und ob das nur ein Stein oder ein Knochen sei?
Als gelernte Archäologin schaute meine gute Freundin nun genauer hin und erkannte, dass es sich dabei eventuell um das mehr oder weniger kugelförmige Ende (Epiphyse) eines Langknochens handelt. Sie rief daher die Ausgräberin, die keinen Meter daneben kniete an, dass da etwas sei. Doch die junge Frau hörte nichts, da sie Ohrhörer in den Ohren hatte; als nächstes stand sie auf und trat wieder genau auf die Stelle mit dem Knochen, woraufhin dieser teilweise zerbröselte. Jetzt wurde die Freundin unrund; am liebsten wäre sie in die Grube hinuntergesprungen. Stattdessen knüllte sie ein Prospekt aus ihrem Einkaufssack zusammen und warf es dem Mädel in der Grube direkt vor die Nase. Endlich nahm diese die Ohrhörer heraus und blickte auf. 
Wie sich daraufhin bald herausstellte, war das weiße Objekt im Boden tatsächlich ein Kochen. 

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Bier zum Inhalieren 😂

Zum Feiertag

Heute ist gesetzlicher Feiertag. Gläubige Christen gedenken immer 40 Tage nach Ostern der Rückkehr von Jesus als Sohn Gottes in den Himmel. Dieser Tag des uralten Osterfestkreises ist deshalb jedes Jahr ein Donnerstag. Auf das kirchliche Hochfest fällt zugleich der volkstümliche Vatertag, der auch als Herren- beziehungsweise Männertag bekannt ist. Er ist wohl um 1900 […]

Volkszählung 1987

Ursprünglich war im Mai 1981 in der Bundesrepublik eine Volkszählung geplant. Diese verschob sich in den April 1983. In den Monaten zuvor entwickelte sich eine Protestwelle sondergleichen. Am 13. April 1983 stoppte das Bundesverfassungsgericht das Vorhaben, im Dezember fällte es das berühmte Volkszählungsurteil. Erst am 25. Mai 1987, vor 30 Jahren, fand der Zensus statt….

Das ist meine Geschichte …

Das Marchvium wird zum „Eyecatcher“: 14 leuchtende Augenpaare im Rahmen einer Installation der Künstlerin Sabine Kammerl erhellen die Mannheimer Nacht. Seit zwei Wochen wird der Ochsenpferchbunker von einer temporären Lichtinstallation der Münchner Künstlerin Sabine Kammerl geschmückt, welche speziell für den Bunker des Stadtarchivs konzipiert wurde und seine Frontfassade nun für einige Zeit zur Kunstfläche verwandelt.…

25.5.1917 Auffallende Ruhe

Auffallende Ruhe – nur vereinzelt summt und tackt es in der Luft. Die Lage hat sich bisher kaum geändert. Abgesehen von den tagsüber in gewissen Zeitabständen üblichen Feuerüberfällen auf diesen oder jenen Grabenteil oder diese und jene Artilleriestellung, herrscht eine – beinahe auffallende – Ruhe. In der Luft ist es nicht anders. Nur vereinzelt summt […]

Mehr lesen …

Ungewöhnliche Bestattungen in Bauchlage am Amberger Spital – ein Update

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal kurz auf die ungewöhnlichen Bauchlagen in den Mehrfachgräbern des 14. Jahrhunderts zurückkommen. Nach dem Abbau der oberen Skelette stellt sich die Bestattungslage eines Mannes im 7er-Grab 232 nämlich wiederum als sehr ungewöhnlich dar…
Der Leichnam wurde in Bauchlage von Norden nach Süden schräg nach unten […]

Workshop: Der Anteil der Universität an Reformen, Reformideen und Kommunikation derselben in der spätmittelalterlichen Kirche bis zur Reformation, Forschungsgespräch zum FWF-Projekt: Wissen – Können – Wissenschaft (1. – 2. Juni 2017)

Forschungsgespräch zum FWF-Projekt: Wissen – Können – Wissenschaft (P 24784-G15; Projekt-Abschluss: 1.11.2017) Zeit: 1. – 2. Juni 2017 Ort: Universität Wien, Erika Weinzierl-Saal Anmeldung bitte bis 26. Mai 2017 an meta.niederkorn@univie.ac.at Programm als PDF Programm 1. Juni 2017 Beginn: 9:30 Uhr Begrüßung,…

Die neuesten Bilder Gerhard Richters im Albertinum

Das Gerhard Richter Archiv zeigt vom 20. Mai bis zum 27. August 2017 im Albertinum die neuesten Bilder des Künstlers. Die Abstrakten Bilder sind nach einer mehrjährigen malerischen Pause entstanden. Die meisten der 31, seit 2015 entstandenen Abstrakten Bilder waren bis zum 1. Mai 2017 im Museum Ludwig, Köln, ausgestellt. Sieben neue Bilder kommen direkt aus dem Atelier Gerhard Richters und sind im Dresdener Albertinum erstmals öffentlich zu sehen. Richter hatte 2009 seine letzten großformatigen Bilder in Öl auf Leinwand gemalt, bevor er sich mit […]

Hadamar: Hier wurden Patienten ermordet. Hier wohnen Patienten!

In Hadamar haben die Nationalsozialisten in den Jahren 1941 – 1945 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen, ab 1942 auch kranke Zwangsarbeiter und sog. halbjüdische (gesunde) Kinder im Rahmen der NS-Krankenmorde getötet.

[caption id="attachment_14069" align="aligncenter" width="300"] Tötungsanstalt Hadamar Haupteingang 1945[/caption]

Heute ist die Gedenkstätte Hadamar ein wichtiger Ort des Gedenkens an die Opfer der NS-„Euthanasie“, der allein in Hadamar fast 15.000 Menschen zum Opfer fielen. Darüber hinaus leistet die Einrichtung mit fast 20.000 Besuchern pro Jahr (Tendenz steigend) einen wichtigen Beitrag zur Demokratie-Erziehung vor allem junger Menschen.

Die meisten Ortskundigen haben sich längst daran gewöhnt: Betritt man „Haus 5“ der Vitos Klinik in Hadamar durch den Haupteingang, so kommt man zur Rechten in die Gedenkstätte, zur Linken in das Wohn- und Pflegeheim von Vitos. Dass im Ostflügel des Gebäudes Kranke ermordet wurden, daran erinnern die Gaskammer, Reste der Einäscherungsöfen, ein Seziertisch und nicht zuletzt die Gedenkstätten-Ausstellung in den historischen Räumlichkeiten.

 

[caption id="attachment_14070" align="aligncenter" width="200"] Gedenkstätte Hadamar, Ergotherapie und Wohn- und Pflegeheim in einem Haus.[/caption]

 

Was viele nicht wissen: Im Westflügel des Gebäudes, das heute so unscheinbar „Haus 5“ heißt, wurde in den Jahren 1942 bis 1945, also in den Jahren der Medikamentenmorde, mindestens im gleichen Umfang gemordet wie im Ostflügel, der die Gedenkstätte beherbergt.

 

Dessen ungeachtet wurde und wird der Westflügel seit Ende des 2. Weltkriegs weiter genutzt für die Unterbringung psychisch und seelisch kranker Menschen.

 

[caption id="attachment_14071" align="aligncenter" width="300"] Wegweiser auf dem Gelände[/caption]

Dieser aus ethischer Sicht sehr fragwürdige Zustand sollte im Juni 2017 endlich ein Ende haben. In der Woche nach Pfingsten werden die Bewohner aus Haus 5  in neu errichtete Gebäude auf dem Vitos-Gelände umziehen.

 

Es bietet sich also eine großartige Gelegenheit, endlich einen Neuanfang zu wagen, dem Gedenken einen angemessenen Platz einzuräumen und auch diesen historisch bedeutsamen Teil des Gebäudes in die bestehende Gedenkstätte zu integrieren.

 

Leider planen der Landeswohlfahrtsverband Hessen und die Vitos GmbH aktuell anscheinend, diesen ehemaligen Mordtrakt wiederum für mehrere Jahre als Wohnraum für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen zu nutzen!

 

Dieses Vorgehen erscheint uns gleich aus mehreren Gründen inakzeptabel, denn es leugnet:

 

–          die historische Bedeutung des Westflügels, in dessen Räumen nachweislich mehr als 1.000 Menschen ermordet wurden und viele Menschen zum Teil wochenlang unter Hunger und Vernachlässigung und in dem Wissen um die drohende Ermordung gelitten haben,

–          die Gefühle von Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen, die dort untergebracht werden sollen im Wissen um die Historie dieser Räume und

–          die Verantwortung des LWV Hessen als Nachfolgeorganisation des Bezirksverbandes Wiesbaden, des ehemaligen Trägers der Landesheilanstalt Hadamar während der Zeit des Nationalsozialismus.

 

Die Weiterverwendung des Westflügels von Haus 5 auf dem Gelände der Vitos Hadamar wäre gleichbedeutend mit einer Verleugnung der nationalsozialistischen Taten in diesen Räumen. Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, auch dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte endlich zu einem guten Ende zu bringen und die Räumlichkeiten der Gedenkstätte zum Zweck des Gedenkens und der Bildungsarbeit zur Verfügung zu stellen. Ein „Weiter so!“ darf es in Hadamar nicht geben!

 

Hadamar: Hier wurden Patienten ermordet. Hier wohnen Patienten!

In Hadamar haben die Nationalsozialisten in den Jahren 1941 – 1945 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen, ab 1942 auch kranke Zwangsarbeiter und sog. halbjüdische (gesunde) Kinder im Rahmen der NS-Krankenmorde getötet.

[caption id="attachment_14069" align="aligncenter" width="300"] Tötungsanstalt Hadamar Haupteingang 1945[/caption]

Heute ist die Gedenkstätte Hadamar ein wichtiger Ort des Gedenkens an die Opfer der NS-„Euthanasie“, der allein in Hadamar fast 15.000 Menschen zum Opfer fielen. Darüber hinaus leistet die Einrichtung mit fast 20.000 Besuchern pro Jahr (Tendenz steigend) einen wichtigen Beitrag zur Demokratie-Erziehung vor allem junger Menschen.

Die meisten Ortskundigen haben sich längst daran gewöhnt: Betritt man „Haus 5“ der Vitos Klinik in Hadamar durch den Haupteingang, so kommt man zur Rechten in die Gedenkstätte, zur Linken in das Wohn- und Pflegeheim von Vitos. Dass im Ostflügel des Gebäudes Kranke ermordet wurden, daran erinnern die Gaskammer, Reste der Einäscherungsöfen, ein Seziertisch und nicht zuletzt die Gedenkstätten-Ausstellung in den historischen Räumlichkeiten.

 

[caption id="attachment_14070" align="aligncenter" width="200"] Gedenkstätte Hadamar, Ergotherapie und Wohn- und Pflegeheim in einem Haus.[/caption]

 

Was viele nicht wissen: Im Westflügel des Gebäudes, das heute so unscheinbar „Haus 5“ heißt, wurde in den Jahren 1942 bis 1945, also in den Jahren der Medikamentenmorde, mindestens im gleichen Umfang gemordet wie im Ostflügel, der die Gedenkstätte beherbergt.

 

Dessen ungeachtet wurde und wird der Westflügel seit Ende des 2. Weltkriegs weiter genutzt für die Unterbringung psychisch und seelisch kranker Menschen.

 

[caption id="attachment_14071" align="aligncenter" width="300"] Wegweiser auf dem Gelände[/caption]

Dieser aus ethischer Sicht sehr fragwürdige Zustand sollte im Juni 2017 endlich ein Ende haben. In der Woche nach Pfingsten werden die Bewohner aus Haus 5  in neu errichtete Gebäude auf dem Vitos-Gelände umziehen.

 

Es bietet sich also eine großartige Gelegenheit, endlich einen Neuanfang zu wagen, dem Gedenken einen angemessenen Platz einzuräumen und auch diesen historisch bedeutsamen Teil des Gebäudes in die bestehende Gedenkstätte zu integrieren.

 

Leider planen der Landeswohlfahrtsverband Hessen und die Vitos GmbH aktuell anscheinend, diesen ehemaligen Mordtrakt wiederum für mehrere Jahre als Wohnraum für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen zu nutzen!

 

Dieses Vorgehen erscheint uns gleich aus mehreren Gründen inakzeptabel, denn es leugnet:

 

–          die historische Bedeutung des Westflügels, in dessen Räumen nachweislich mehr als 1.000 Menschen ermordet wurden und viele Menschen zum Teil wochenlang unter Hunger und Vernachlässigung und in dem Wissen um die drohende Ermordung gelitten haben,

–          die Gefühle von Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen, die dort untergebracht werden sollen im Wissen um die Historie dieser Räume und

–          die Verantwortung des LWV Hessen als Nachfolgeorganisation des Bezirksverbandes Wiesbaden, des ehemaligen Trägers der Landesheilanstalt Hadamar während der Zeit des Nationalsozialismus.

 

Die Weiterverwendung des Westflügels von Haus 5 auf dem Gelände der Vitos Hadamar wäre gleichbedeutend mit einer Verleugnung der nationalsozialistischen Taten in diesen Räumen. Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, auch dieses Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte endlich zu einem guten Ende zu bringen und die Räumlichkeiten der Gedenkstätte zum Zweck des Gedenkens und der Bildungsarbeit zur Verfügung zu stellen. Ein „Weiter so!“ darf es in Hadamar nicht geben!

 

Invaders? Migrants? Refugees?

The Migration Museum in Adelaide and its diverse communities: “Reasons to Remember” in solidarity through difference Since 2012, Western Europe has had to reflect on its openness towards newcomers. Some political leaders have capitalized on the influx of refugees to praise the model of a modern secular state with Christian morals, and called for a protection of national security against non-Christian dwellers. Others have advocated for more welcoming policies, still without questioning the concept of borders and citizenship. In the public sphere, many have also … Invaders? Migrants? Refugees? weiterlesen

Auf dem Weg

Der Aufbau des künftigen Quellenportals „Weimar – Die erste deutsche Demokratie“ führt zu vielen grundsätzlichen Überlegungen. Im Rahmen eines Strategieprozesses diskutieren wir u.a. Fragen der digitalen Bereitstellung von Archivgut: Wie können zukünftig Download-Möglichkeiten in unser Recherchesystem invenio integriert werden? Wie … Weiterlesen

Stellenausschreibungen der Universitätsbibliothek Salzburg

BibliotheksmitarbeiterIn (verantwortliche Mitarbeit im Bereich Benutzungsdienste sowie weitere Aufgaben v.a. im systembibliothekarischen Bereich), Vollzeit, unbefristet, VGr. Iva, Dienstantritt ehestmöglich nähere Infos zu dieser Stelle finden Sie unter http://www.ubs.sbg.ac.at/stellenmarkt/GZ-A-0040-1-2017.pdf BibliotheksmitarbeiterIn E-Ressource-Management, Vollzeit, unbefristet, VGr. IIIa, Dienstantritt 1. August 2017 Nähere Infos … Weiterlesen

Die Sklaven von Lagos: Episode 3 – Historische CSI-Arbeit

Die Knochenarbeit im Labor für Forensische Anthropologie der Universität Coimbra geht weiter. Nach der Bestimmung von Geschlecht und Alter der Menschen, zu denen die Knochen einst gehörten, untersucht das Team um die Anthropologin Dr. Maria Teresa Ferreira das Material nach Spuren von Krankheiten, Abnutzungs- und Mangelerscheinungen sowie nach Hinweisen auf Verletzungen ab. Die ersten Befunde deuten auf ein hartes und entbehrungsreiches Leben hin – das Leben von Sklaven. Eine C14-Untersuchung der Knochen soll letzte Gewissheit geben. Stammen die menschlichen Überreste aus der Zeit, in der das Königreich Portugal unter Heinrich dem Seefahrer zur überseeischen Handelsmacht aufstieg?

Verleihung des Denkmalpreises des Bezirks Schwaben 2016 – Doppelte Vergabe des Denkmalpreis 2016 an die ehemalige Lammbrauerei in Dillingen und den ehemaligen Schlacht- und Viehhof in Augsburg

Die diesjährige Denkmalpreisverleihung des Bezirks Schwaben fand, nicht wie bisher im Rokokosaal der Regierung von Schwaben in Augsburg statt, sondern im festlichen Ambiente des Rittersaals des Schlosses Höchstädt. Die Verleihung stand durch die zwei Siegerobjekte ganz im Zeichen der Industriearchitektur. Zur Verleihung waren rund 120 geladene…

Wikipedia, Culture, and the Memory of the World (Liam Wyatt) – VORSCHAU: OFFENE ARCHIVE 2.3 (5)

Liam Wyatt Wikipedia, Culture, and the Memory of the World  This presentation will provide an update on the Wikimedia movement’s relationship with the cultural sector, especially in Germany, by showcasing local activities and developments from the NRW region, from Germany, and internationally. Several years after the German Wikimedia community made global headlines arguing for Wikipedia to be classified as UNESCO World Heritage, this presentation will then discuss the philosophical and practical questions about the relationship of Wikipedia to the sister program for documentary cultural … Wikipedia, Culture, and the Memory of the World (Liam Wyatt) – VORSCHAU: OFFENE ARCHIVE 2.3 (5) weiterlesen

Berliner Digital-Humanities-Preis 2017

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 17:30 Uhr

Der Interdisziplinäre Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b) stellt ein Forum zur Bündelung und Stärkung der Berliner Forschungsinfrastruktur im Bereich Digital Humanities (DH) dar. ­Verschiedene öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, Institute, Archive oder Bibliotheken suchen über den if|DH|b den gemeinsamen wissenschaftlichen Austausch mit dem Ziel, Leistungen und Kompetenzen auf dem Gebiet der Digital Humanities am Standort Berlin sichtbar zu machen sowie ein Konzept für die nachhaltige Verankerung der Digital Humanities in Forschung und Lehre als Teil der exzellenten geisteswissenschaftlichen Landschaft Berlins zu erarbeiten.
Der Berliner DH-Preis des if|DH|b wird seit 2015 einmal jährlich für herausragende Berliner Projekte auf dem Gebiet der Digital Humanities verliehen. Die Preisträgerinnen bzw. Preisträger werden von einer unabhängigen Jury aus Verbundpartnerinnen und -partnern des if|DH|b ausgewählt. Der Berliner DH-Preis 2017 wird im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung am 13. Juni 2017 im Einstein-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) verliehen.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 07. Juni.

Zu zweit am Kreuzweg

So lautet der Titel einer Veranstaltung des Geheimen Staatsarchivs zum Evangelischen Kirchentag, die am 26.05.2017, um 13.00 Uhr im Schloss Köpenick stattfindet. Dabei werden der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider und der Direktor des GStA, Jürgen Kloosterhuis, die aktuelle Ausstellung „Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740“ besuchen und über zentrale Aspekte der Konfessionsgeschichte Brandenburg-Preußens … Zu zweit am Kreuzweg weiterlesen

Der Beitrag Zu zweit am Kreuzweg erschien zuerst auf Berliner Archive – Blog der Berliner Archivarinnen und Archivare.