Planet History

Lochsteine: Uralte Wegweiser zu verborgenen Gangsystemen? – Ein Interview mit Heinrich Kusch

Heinrich Kusch vor einem 1,7 Meter hohen, ‚geköpften‘ Menhir im Gebiet der steirischen Gemeinde Schachen. | Abbildung: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Vor einem Jahr besprach ich hier die beiden Sachbildbände Tore zur Unterwelt und Versiegelte Unterwelt. Darin dokumentiert der steirische Höhlenforscher, Urgeschichtler und Archäologe Heinrich Kusch seine umfangreiche Forschungsarbeit, die den bisherigen Kenntnisstand zu einigen Aspekten der menschlichen Vorgeschichte zumindest hinterfragenswert erscheinen lässt.
In meiner damaligen Rezension der Bücher konzentrierte ich mich vor allem auf das Thema Erdställe, allerdings ohne die mit diesen Gangsystemen in enger Verbindung stehenden „Lochsteine“ einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Das soll nun nachgeholt werden.
Der Begriff „Lochstein“ wird von Heinrich Kusch als ein spitz zulaufender, bis zur Hälfte eingegrabenen Menhir definiert, in dessen oberem Drittel sich mindestens ein von Menschenhand gemachtes Loch befindet, welches bei unveränderten Originalsteinen einen Durchmesser von 3 bis 3,5 cm hat. Bei einigen Exemplaren wurde es (im Rahmen einer späteren Sekundärnutzung) erweitert, um beispielsweise eiserne Halterungen mit quadratischen Querschnitt aufzunehmen. Die Löcher liegen meist 1 bis 1,5 m über dem heutigen Bodenniveau (siehe die nachfolgenden Abbildungen). 
Links: Nachträglich versetzter Lochstein in der Gemeinde Kleinschlag/Eichberg (heute Gemeinde Rohrbach an der Lafnitz). Mitte: Ein 1,8 Meter aus dem Boden herausragender Lochstein bei der Gemeinde Puchegg. Inklusive dem nicht sichtbaren Teil könnte seine Gesamtlänge bis zu 3 Metern betragen. Rechts: Lochstein oberhalb eines alten Hohlweges in der Gemeinde Vornholz. Wie schon bei dem Exemplar auf dem Bild in der Mitte ist auch hier die Spitze bereits zerstört. Ob durch Verwitterung oder Menschenhand ist nicht mehr feststellbar. | Abbildungen: aus Tore zur Unterwelt (2009) und Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Geraume Zeit ging man relativ einhellig davon aus, dass die heute noch in der Landschaft stehenden Lochsteine allesamt aus dem Spätmittelalter oder der Neuzeit stammen und vor allem als Tor- bzw. Gattersteine dienten. Doch handelt es sich dabei wirklich um das tatsächliche Alter und den ursprünglichen Verwendungszweck? Zweifel an dieser Theorie sind berechtigt, nachdem Heinrich Kusch vor wenigen Jahren mittels aufwändigen TCN-Datierungen erstmals ein wesentlich höheres Alter feststellte und überdies herausfand, dass Lochsteine – sofern sie nicht im Zuge einer späteren Sekundärnutzung versetzt wurden – häufig über Erdställen stehen. Wobei die gedachte Längsachse des Lochs den Verlauf des darunter liegenden Ganges zu markieren scheint. Darüber, und um einige weitere spannende Fragen, soll es im folgenden Interview mit Herrn Kusch gehen.


Sehr geehrter Herr Kusch, mit Ihren beiden Büchern Tore zur Unterwelt (2009) und Versiegelte Unterwelt (2014) haben Sie frischen Wind in die Erdstall- und Lochstein-Forschung gebracht. Wie sind die Reaktionen in den Medien und der Fachwelt ausgefallen?
„Im Internet, in den Printmedien und Fachjournalen gab es in den letzten sieben Jahren für diese beiden Bücher über 800 sehr positive Rezensionen und eine hohe Anzahl (über 60) von bis zu acht Seiten langen Farbberichten, die in zahlreichen Zeitschriften aus Ländern wie Österreich, Schweiz, Deutschland, England, Italien, Australien, Türkei usw. publiziert wurden. Selbst die Zeitung Pravda (Russland) berichtete auf zwei Seiten über die Bücher. Das Thema selbst wurde mehrmals verfilmt. So prozuzierten ein italienisches, ein deutsches und drei österreichische Kamera-Teams (z.B. ServusTV, Petrus van der Let) Filme mit Längen von 45 bis 100 Minuten. Bei den Rundfunk- und Fernsehanstalten in Österreich und Deutschland gab es zahlreiche Live-Interviews im Rahmen von Radiosendungen und 12 Fernsehberichte beim ORF.
Was nun die wissenschaftliche Fachwelt betrifft, so sind die Reaktionen zu 99 Prozent positiv. Nur zwei Privatpersonen, keine Wissenschaftler, mit mangelhafter fachlicher Qualifikation glauben alles besser zu wissen. Kritik kann immer konstruktiv sein, aber nicht wenn versucht wird veraltetes Wissen durch ständiges Wiederholen, falsche Argumentation und mittels Lügen sattelfest zu machen. Die Wissenschaft muss frei im Denken sowie in ihren Handlungen sein und bleiben, sonst wird es keine neuen Erkenntnisse mehr geben! 
Wenn wir langjährig erarbeitete wissenschaftlich Resultate vorlegen, kann man diese zwar mit einer gezielt manipulierten Argumentationstechnik soweit verdrehen und verändern, dass die vorgebrachten Kritiken im ersten Moment schlüssig erscheinen. Jedoch können diese Skeptiker ihre kritischen Äußerungen weder beweisen noch unsere Fakten widerlegen. In den meisten Fällen hat man die Gegenargumente nur irgendwo abgeschrieben, verändert und an die kritisierte Situation angepasst. Werden jedoch bewusst und mit Vorsatz Textstellen manipulativ weggelassen oder umgeschrieben, hat dies mit Wissenschaft oder seriöser Kritik nichts mehr zu tun! Mit einer solchen Vorgangsweise wären wir wieder im tiefsten Mittelalter angelangt und nicht im 21. Jahrhundert.“ 
Einige Lochsteine befinden sich an Orten, die mir als Standort für den von der Fachwissenschaft bisher postulierten Verwendungszweck als Tor- bzw. Gattersteine reichlich ungeeignet erscheinen – siehe etwa das Beispiel auf dem obigen rechten Bild. Auch stellt sich die Frage, wieso ausgerechnet die steirische Landbevölkerung im Spätmittelalter/der frühen Neuzeit unzählige Steine zu primitiv anmutenden Torpfosten hätte umfunktionieren sollen, indem man in diese mühevoll Löcher bohrte, wenn doch gleichzeitig der deutlich leichter bearbeitbare und weitaus gebräuchlichere Baustoff  Holz zur Verfügung stand. Ist es nicht schon alleine deshalb sehr wahrscheinlich, dass hier in den meisten Fällen eher eine Sekundärnutzung bzw. ein Recycling prähistorischer Lochsteine vorliegt? Was war es, das Sie an der althergebrachten Lehrmeinung zum ersten Mal ernsthaft zweifeln ließ?
„Sie haben mit Ihrer Fragestellung völlig recht, denn manche Steinsetzungen befinden sich an Orten wie steilen Waldhängen oder am Böschungsrand oberhalb eines tiefen eingeschnittenen Hohlweges (siehe Ihr angeführtes Beispiel), wo ein Gatter- oder Torstein völlig nutzlos erscheint.
Aufmerksam gemacht auf diese steirischen Kulturdenkmale hat uns Herr Dr. Lothar Wanke (†) aus Graz, ein bekannter österreichischer Felsbild- und Megalith-Fachmann, mit dem wir auch gemeinsam einige Expeditionen zu Plätzen früher südasiatischer Megalithkulturen in Indien unternahmen. Durch viele ähnliche Reisen in Europa, Asien, Afrika und Mittelamerika, deren Zielsetzung die Erforschung tausender künstlicher unterirdischer Anlagen und Naturhöhlen war, lernten wir in den letzten vier Jahrzehnten die megalithischen Hinterlassenschaften der Menschheit auf vielen Kontinenten unserer Erde zu schätzen. Aufgrund dieser langen internationalen Tätigkeit als Wissenschaftler konnte ich mir nicht nur ein praktisches sondern auch ein theoretisches Grundwissen aneignen, mit dem ich heute in der Lage bin archäologisch interessante Plätze leicht im Gelände zu erkennen.
Als ich dann das erste Mal selbst vor einem „alten“ Lochstein in einem Waldgebiet stand faszinierte mich gleich die Patina des Steines, die auf ein hohes Alter hindeutete. Dies veranlasste uns in der Folge solche Steine im Gelände zu suchen, zu fotografieren, zu kartographieren und zu vermessen. Was mich und meine Frau in den Bann zog war die überaus große Anzahl dieser prähistorischen Steinsetzungen im Raum nördlich von Hartberg.
Teile der Steiermark sollen Ihrer Meinung nach seit dem späten Jungpaläolithikum mit Lochsteinen geradezu übersät gewesen sein – was wohl auch als Grund dafür angenommen werden kann, warum sie sich für Bauern über Jahrhunderte zur Sekundärnutzung anboten. Trotz fortschreitender Zerstörung durch Mensch und Natur stehen auch heute noch etliche dieser Objekte in der Landschaft herum. Wie viele sind es ungefähr? Und kümmert sich die offiziellen Denkmalschützer um ihren Erhalt?
„Wir konnten bisher gemeinsam mit interessierten Personen aus der einheimischen Bevölkerung sowie vier Studenten der Karl-Franzens-Universität Graz in der Oststeiermark weit über 550 Lochsteine und Menhire aufnehmen und registrieren. In der Weststeiermark sind derzeit noch zusätzlich an die 40 Stück bekannt. Allerdings wurde dieses Gebiet von uns noch nicht umfassend bearbeitet. Es werden jährlich neue unbekannte Steinsetzungen gemeldet und von uns aufgenommen. Auch von ehemaligen, heute aber zerstörten Steinkreisen berichtet man uns. Wie Sie richtig erwähnen, wurden und werden fortwährend alte Lochsteine von den Besitzern entfernt, weil sie einfach keine Funktion mehr haben und den landwirtschaftlichen Maschinen im Wege stehen. Wir schätzen, dass es allein in der Oststeiermark einst zwischen 1.000 und 2.000  solche Steinsetzungen gab, wenn nicht wesentlich mehr. 

Für den Denkmalschutz stammen diese megalithischen Monumente aus dem Mittelalter und der Neuzeit. In diesen Zeiträumen standen sie als Tor- oder Gattersteine (für Absperrungen), als Richtsteine, Grenzsteine u.v.a.m. in Verwendung – was ja auch stimmt. Nur ist diese Art der Verwendung eine „Sekundärnutzung“ von bereits vorhandenen prähistorischen Steinsetzungen!
Obwohl bei vielen Gehöften Lochsteine vorzufinden sind, hat dieses Phänomen mit den mittelalterlichen Siedlungen alleine rein gar nichts zu tun. Denn im Mittelalter war gerade das betreffende Gebiet spärlich besiedelt. Aus einer frühmittelalterlichen Verkaufsurkunde wissen wir, dass in dieser weitflächigen Region zu dieser Zeit gerade einmal 10 Huben (Gutshöfe) bekannt waren. Erst in der Neuzeit entstanden über 80 Prozent der heute bekannten Gehöfte. Und warum sollten sich die Besitzer steinerne Torpfosten aus weit entfernten Steinbrüchen aus dem Fels meißeln und diese teils tonnenschweren Steine dann über viele Kilometer hinweg auf schlechten oder gar keinen Wegen transportieren, wenn sie dies, wie Sie es ja bereits vorher erwähnt haben, mit Holz, das vor Ihrer Haustüre vorhanden war, wesentlich leichter und schneller bewerkstelligen konnten?“

In einer Ihrer Publikationen schreiben Sie, dass die Aufstellungsorte von Lochsteinen für die Kirche heidnische Kultplätze waren und deshalb in etlichen Fällen, ganz im Sinne des Kirchenvaters Augustinus, ‚christianisiert‘ bzw. umgeweiht wurden; etwa indem man auf den Steinen christliche Symbole anbrachte oder sie gleich ganz entfernte. Überdies wurden an den so ‚gereinigten‘ Orten Holzkreuze (Marterl), Kapellen oder Bildstöcke errichtet. Da nun aber Lochsteine einst Gangsysteme/Erdställe markierten, würde dies bedeuten, dass heute ein Gutteil der christlichen Nachfolgebauten ebenfalls auf deren verborgene Existenz im Untergrund hinweist. Als Beleg führen Sie beispielsweise zwei oststeirische Bildstöcke an, die aufgrund darunter liegender Hohlräume langsam im Erdreich versinken (siehe die beiden nachfolgenden Bilder). Gibt es weitere Hinweise, die Ihre Theorie untermauern?

Links: Schräg stehende Kapelle am Kalvarienberg bei Miesenbach. Bei der Verleung einer Stromleitung brach ein Bagger vor dem Bauwerk in einen Felsgang ein, der unterhalb in den Berghang führt. Die Stelle wurde wieder verfüllt, doch seit dieserZeit kippt die Kapelle schräg nach vor, weil das Schüttmaterial langsam in den Gang nachrutscht. Rechts: Schräg eingesunkene Kapelle bei Schachen, unter der sich ebenfalls ein Hohlraum befinden dürfte, dessen Deckenteil nachgegeben hat. In 15 Metern Entfernung steht ein Lochstein, dessen Loch genau auf die Kapelle ausgerichtet ist. | Abbildung: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
„Es gibt relativ viele Beispiele in der Literatur, die auf unterirdische Anlagen unter Kirchen, Kapellen, Schlössern und Burgen hinweisen. Dieses Phänomen ist in ganz Europa verbreitet. Die besten Informanten – nach einigen wenigen Wissenden in der Kirche – sind die Grundbesitzer bzw. die bäuerliche Bevölkerung, die in ihrem Erinnerungsschatz ein tradiertes Wissen bewahrt hat, das erstaunlich und nicht zu unterschätzen ist. Einheimische machten uns in vielen Regionen darauf aufmerksam, dass die Lochsteine Hinweise auf unterirdische Gänge oder deren Verlauf sein sollen. Dies hat sich vielfach bewahrheitet, weil bei jenen Gehöften, wo Steine vor den Häusern stehen, sich drunter meistens auch unterirdische Anlagen befinden oder befanden (in einigen Fällen wurden sie zwischenzeitlich zugeschüttet). Wir haben das in unseren beiden Büchern auch entsprechend dokumentiert. Nur stammen diese unterirdischen Anlagen auf keinem Fall aus dem Mittelalter oder der Neuzeit, sondern sind älter! Die heute existierenden Häuser, Kirchengebäude oder Burgen wurden einst auf sie draufgesetzt. Im Klartext bedeutet dies, dass Lochsteine, Menhire und unterirdische Anlagen bereits davor da waren. Manchmal wurde beim Bau der jeweiligen Gebäude ein unterirdischer Gang oder eine Kammer durch Zufall angeschnitten, wie es auch beim heutigen Hausbau in unseren Regionen immer noch passiert. Die Steinsetzungen wurden je nach Lage entweder „in situ“ belassen oder versetzt.
Hinzu kommt, dass sich europaweit in Märchen, Hausgeschichten und Sagen auf solche Orte konkrete Hinweise finden, die in vielen Fällen einen realen Hintergrund besitzen. Hier haben wir es mit einem Jahrhunderte bzw. Jahrtausende alten tradierten Wissen zu tun, das natürlich vielfach umgeschrieben wurde, aber immer auch ein Körnchen Wahrheit beinhaltet! Nicht umsonst werden Lochsteine in einigen Regionen von der Bevölkerung als „Torhüter“ bezeichnet, die den „Zugang von der Oberwelt in die Unterwelt“ bewachen sollen. Damit sind die unterirdischen Anlagen gemeint.“

Lochsteine und Erdställe findet man nicht nur in der Steiermark bzw. Österreich, sondern auch anderenorts in Europa. Könnte es sich hierbei um die Überreste einer locker zusammenhängenden Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Glaubensvorstellungen handeln – ähnlich den späteren Kelten? Wäre es zu weit gegriffen, gar von von einer Art Lochstein- oder Erdstall-Kultur zu sprechen?
„Sie haben recht, wenn Sie schreiben, dass man „Erdställe“ eigentlich weit verbreitet in Europa vorfindet. Nur würde ich sagen, dass diese Bezeichnung – abgeleitet von einem Begriff aus dem 15. Jahrhundert (1449): „Stelle unter der Erde“ – nicht ganz stimmt, denn eigentlich sind es „Unterirdische Anlagen“ in unterschiedlicher Ausführung.  Aus der katholische Kirche erhielten wir den Hinweis, dass sie im Hochmittelalter als „Schratteln“ bezeichnet worden sind. Das Wort kommt aus dem Tschechischen und wird vom Begriff „sraz“ hergeleitet – was soviel wie „Abgang“ bedeutet. Zwergen– oder Schratzllöcher sind uns gut bekannte Bezeichnungen, denn sie werden in Sagen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland häufig verwendet. 
Nun verfügen wir durch unsere Datierungen erstmals über den Nachweis, dass die Erdställe prähistorischen Ursprungs sind. Bereits Jahrzehnte davor haben Erdstallforscher darauf hingewiesen, dass dies so sein könnte, weil hunderte archäologische Fundstücke wie Steinbeile, Silexklingen, Webstuhlgewichte, Steinkugeln u.v.a.m., die dem Neolithikum (= Jungsteinzeit) zuzurechnen sind, in vielen unterirdischen Anlagen bereits im vorigen Jahrhundert entdeckt wurden. Da aber im Rahmen von Altgrabungen diese Funde meist in Verfüllungen festgestellt werden konnten und diese stratigraphisch nicht zuweisbar waren bzw. nachbearbeitet wurden, hat man sie zwar manchmal publiziert, jedoch in der Folge ganz einfach ignoriert. Dies hätte bei einer gut durchgeführten wissenschaftlichen Recherche sofort auffallen müssen. 
Bedauerlicherweise wird heute immer noch die längst überholte Annahme verbreitet, dass alle Erdställe im Mittelalter errichtet worden sind. Diese gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung ist weder durch mittelalterliche Dokumente noch durch andere wissenschaftliche Beweise belegt! So geben die durchgeführten 14C-Datierungen von entdeckten Holzkohlestücken nur jenen Zeitraum an in dem die Holzkohle – unter welchen Umständen auch immer (Mensch, Tier, Wetter) – in den Erdstall hinein gelangte, nicht mehr! Solche Datierungen lassen in keiner Weise Rückschlüsse auf Grabungstätigkeiten zu und sind noch lange kein definitiver Beweis, der die Errichtung dieser unterirdischen Anlagen zu einem bestimmten Zeitraum bestätigt!
Auch wir können nichts über das genaue Entstehungszeitalter dieser Hohlräume aussagen, außer dass viele der von uns untersuchten Beispiele in der Prähistorie aus dem Fels geschlagen wurden. Wer diese Erbauer waren und ob sie einer uns heute noch unbekannten steinzeitlichen Kultur angehörten, die durch die Überreste megalithischer Denkmale in Europa präsent ist, wäre beim aktuellen Forschungsstand reine Spekulation. Ich persönlich finde, dass man für alle Fragen offen sein sollte, denn die Wirklichkeit könnte vielleicht alles übertreffen was wir uns vorstellen können.“

Steirische Lochsteine sowie weitere Menhire wurden von Ihnen mittels TCN datiert. Die dabei erzielten Ergebnisse stehen seit einigen Jahren von der Forschung unwiderlegt im Raum. Könnten Sie kurz erläutern, um was es sich bei TCN-Methode, die den meisten Lesern nicht geläufig sein dürfte, handelt? 
„Bei der naturwissenschaftlichen Datierungsmethode TCN (Terrestrial Cosmogenic Nuklides) besteht die Möglichkeit quarzhältiges Gestein auf ein Richtwert-Alter hin zu untersuchen. Etwa wann das Gestein zum ersten Mal dem Sonnenlicht (Isotopenstrahlung) ausgesetzt worden ist oder wann es der Sonne nicht mehr ausgesetzt war (siehe Beispiel in nächster Frage). Die erste Anwendungsart nennt sich „Exposure Age“ (Oberflächenalter), bei der die Nutzung der Produktion von kosmogenen Nukliden nachgewiesen wird; die zweite nennt sich „Burial Age / Burial-dating“, die den Zerfall von radioaktiven kosmogenen Nukliden im Gestein aufzeigt. Es wird je nach Datierungsart die Kristallstruktur vom Quarz gemessen, in der eine Veränderung stattgefunden hat. Dabei kommt es zur Bildung oder Rückbildung von Aluminium- (26Al) und Berylium- (10Be) Atomen im Quarzgestein. In einem aufwendigen Verfahren werden diese Atome in reinstem Quarz mittels eines Teilchenbeschleunigers gemessen. Dieses Resultat kann dann mit Berücksichtigung der vorgeschriebenen Basisdaten zur Berechnung des Alters herangezogen werden.“

Sie haben die Beprobung der Lochsteine nicht in Eigenregie durchgeführt, sondern sich dabei eng mit einem Team von Experten abgesprochen, das Sie beispielsweise bei der Auswahl geeigneter Objekte für die TCN-Datierung beriet. Wie darf man sich diese Zusammenarbeit konkret vorstellen?
„Wir wurden schon vor mehr als einem Jahrzehnt mit der TCN-Datierung konfrontiert als wir mit in- und ausländischen Geologen in Höhlen des mittleren Murtales in der Steiermark Quarzgerölle bargen, die in der Vergangenheit durch Wässer in Naturhöhlen des mittelsteirischen Karstes eingelagert worden waren. Diese Gerölle wurden mit der TCN-Methode datiert um den Einlagerungszeitraum mittels „Burial-dating“, also das „Bestattungszeitalter“ der Quarzgeschiebe, ermitteln zu können. So war es möglich einen Richtwert zu bekommen wann diese Gerölle in die Höhle gelangt sind. Es war ein Forschungsprojekt, das die Erdwissenschaftler und Geologen der Universität Graz und der Universität in Glasgow (Schottland) im Rahmen einer Dissertation gemeinsam durchführten. Meine Frau und ich unterstützen diese Arbeit, weil wir in den dafür vorgesehenen Naturhöhlen jene Stellen kannten, wo Quarzgerölle an den Wänden oder den Deckenteilen vor Jahrhunderttausenden bzw. Jahrmillionen festgesintert waren. 
In der Folgezeit informierten wir uns in internationalen Fachzeitschriften, in denen von Archäologen berichtet wurde, die die TCN-Methode für Ihre Fragestellungen und Untersuchungen in den letzten beiden Jahrzehnten einsetzten. Dies brachte uns auf die Idee, diese Methode auch bei unseren prähistorischen Steinsetzungen und alten unterirdischen Steinbauten anzuwenden (weil diese ja aus quarzhaltigem Gestein errichtet wurden). Nach einer umfangreichen Planung mit Fachleuten gelang es ein speziell auf unsere Anforderungen zugeschnittenes Forschungsprojekt vorzubereiten und zu finanzieren. Dann mussten die für eine Datierung in Frage kommenden archäologischen Objekte ausgesucht und schließlich die Proben fachgerecht entnommen werden. Die Abläufe wurden von einem professionellen Filmteam begleitet, um sie – von der Probenentnahme bis hin zur Auswertung in den Universitätslabors – zu dokumentieren. Wir wussten damals noch nicht wie die Resultate der Datierung aussehen würden, waren dann aber doch einigermaßen überrascht. Durch nachfolgenden Untersuchungen konnten die Ergebnisse allerdings bestätigt werden.
Bei diesen Probenserien wurden nur die vom Menschen bearbeiteten Oberflächen der Steine beprobt; um eine Vergleichsbasis zu bekommen außerdem noch zwei unbearbeitete Felsoberflächen aus der näheren Umgebung. Die Endauswertungen (Datierungen) erfolgten nach entsprechender Aufbereitung der Steinproben in den Labors der Purdue-University in Indiana (USA). Die zweite Datierungserie wurde an der Lomonossow-Universität in Moskau (Russland) und die dritte Serie über das Scottish Universities Environmental Research Centre an der Universität in Glasgow (Schottland) durchgeführt.
Derzeit wird von uns in einem neuen Forschungsprojekt eine sehr aufwendige vierte Datierungsserie mit über 20 Proben von Lochsteinen, Menhiren, Abdeckplatten, unterirdischen Gängen und auch unbearbeiteten Gesteinsoberflächen (als erweiterte Vergleichsbasis) durchgeführt; finanziert wird dies dankenswerterweise vom Fürstentum Lichtenstein.“
Im Fall eines von Ihnen in Sommersgut/Vorau datierten Lochsteins (siehe die nachfolgenden Abbildungen) ergab sich ein Bearbeitungsalter/Exposure Age von knapp 14000 Jahren. Damit stammt das Objekt aus dem Jungpaläolithikum bzw. Magdalénien. Könnte es sich dabei theoretisch nicht auch um einen Findling handeln, der vor 14000 Jahren von einem schmelzenden Gletscher freigegeben bzw.  erstmals dem Sonnenlicht ausgesetzt wurde, und den erst viel später – möglicherweise im Mittelalter – Menschen in einen Lochstein/Gatterstein umgestalteten? 
„Das Wort „Findling“ setzt immer voraus, dass es sich wirklich um einen Findling handelt! Wie Sie richtig bemerken, werden so Steine bezeichnet, die ein abgeschmolzener Gletscher freigibt, nachdem sie oft über Jahrtausende von dessen Eismassen bedeckt und umgelagert worden sind. Dies trifft jedoch bei allen unseren Menhiren und Lochsteinen in der Nordoststeiermark nicht zu, weil sich diese in einer Region befinden, die während der letzten Eiszeit geologisch nachweisbar von keinem Gletscher bedeckt war! Also kann es im weiteren Umfeld von Vorau auch keine „Findlinge“ aus der letzten Eiszeit geben, wohl aber möglicherweise Findlinge einer vorangegangenen früheren Eiszeit! Vergleiche mit anderen Gebietsabschnitten wären in einem solchen Fall nicht zulässig, weil die geographisch-klimatologischen Voraussetzungen zur damaligen Zeit sehr unterschiedlich waren. Die Eisgrenze der letzten Kaltzeit befand sich damals rund 100 km Luftlinie weiter nordwestlich im Hochgebirge – und nicht bei Vorau.   

Das „Exposure Age“ des betreffenden Lochsteines wurde vom wissenschaftlichen Labor der Purdue-Universität (USA) korrekt ermittelt und ist ein Richtwert für ein Mindestalter eines vom Menschen bearbeiteten Steines! Bearbeitete Steinplatten wittern nicht aus dem Fels aus, sondern wurden von uns unbekannten Menschen aus tieferen Schichten eines fest anstehenden Gestein in einem Steinbruch gebrochen und dann nachbearbeitet. Unser datierter Lochstein muss irgendwo im Raum Vorau bei einem derzeit noch unbekannten prähistorischen Steinbruch aus dem massiven Fels gebrochen worden sein. Anders ist sein relativ junges geologisches Alter (14.000 Jahre vor heute) nicht erklärbar. Und warum sollen Menschen vor rund 10.000 bis 14.000 Jahren Steine brechen und diese dann einfach im Gelände liegen lassen? Etwa damit später die bäuerliche Bevölkerung daraus Lochsteine oder Überdeckplatten herstellen kann? Solche Überlegungen widersprechen jeder vernünftigen Denkweise.
Bei Erdstallanlagen können wir beispielsweise beweisen, dass die bearbeiteten und von uns datierten Deckplatten genau an und in die gemauerten Steingänge angepasst worden sind! Allein bei drei Anlagen bekamen wir Auswertungen zwischen 10.000 und 11.000 Jahren vor heute. Außerdem haben wir uns durch zwei TCN-Datierungen von neutralen Felsoberflächen aus der näheren Umgebung dieses Lochsteines abgesichert. Diese beiden Resultate weisen ein Alter von über 50.000 bzw. 55.000 Jahre auf! Das würde bedeuten, wenn unser datierter Lochstein z. B. im Mittelalter von Menschen in einem Bachbett, an einem Hang oder im Gelände geborgen und danach bearbeitet worden wäre, dass er ein Mindestalter von über 50.000 – 55.000 Jahre haben oder noch älter sein müsste – und nicht knapp 14.000 Jahre vor heute. Denn die Sonneneinstrahlung durchdringt jeden an bzw. knapp unter der Oberfläche liegenden Stein und lässt ihn entsprechend altern und auch verwittern. Allein das beweist unwiderruflich, dass die Möglichkeit der Fertigung im Mittelalter bei unserem datierten Lochstein nicht zutrifft! Sehr wohl kann aber der Stein im Mittelalter oder in der Neuzeit, durch den Menschen wieder neu aufgestellt oder versetzt worden sein (Sekundärnutzung).
Hinzu kommt, dass man in Westeuropa im Rahmen von archäologischen Ausgrabungen bei megalithischen Kulturdenkmalen ein Mindestalter von weit über 7.500 Jahre vor heute durch die Datierung von archäologischem Fundmaterial (Bestattung / Grabbeigaben) aus dem Neolithikum (= Jungsteinzeit) feststellen konnte. Das heißt, dass in Europa Steinsetzungen von Megalithkulturen nachweisbar dem prähistorischen Zeitraum – derzeit noch „Unbestimmter Zeitstellung“ – angehören und nicht dem Mittelalter! Dies trifft auch auf mehrere unterirdischen Anlagen in der Umgebung von Vorau zu, die in der Vergangenheit mit künstlich errichteten (und mittels TCN datierbaren) Trockenmauergängen vor bzw. in diesen Anlagen versehen worden sind.“ 

Links: Auswertung der laut TCN-Datierung in Frage kommenden Zeitebene, in welcher der Lochstein bearbeitet und vermutlich auch aufgestellt wurde. Rechts: Mit Kamera dokumentierte Probeentnahme an einem Lochstein in Sommersgut (Gemeinde Vorau). | Abbildungen: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Detaillierter Computerausdruck der TCN-Datierung des in Sommersgut (Gemeinde Vorau) stehenden Lochsteins. Demnach wurde dieser vor 13 953 Jahren (± 333 Jahre) bzw. dem Jungpaläolithikum von Menschenhand gebrochen, bearbeitet und aufgestellt. | Abbildung: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Ist ein drittes Buch geplant, in dem die jüngeren Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.
„Wir arbeiten gerade an zwei neuen Sachbildbänden mit interessanten Inhalten.“

Vielen Dank, Herr Kusch, dass Sie meinen Lesern und mir so bereitwillig Auskunft gegeben haben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer weiteren Forschungsarbeit.
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Vor einem Jahr besprach ich hier die beiden Sachbildbände Tore zur Unterwelt und Versiegelte Unterwelt. Darin dokumentiert der steirische Höhlenforscher, Urgeschichtler und Archäologe Heinrich Kusch seine umfangreiche Forschungsarbeit, die den bisherigen Kenntnisstand zu einigen Aspekten der menschlichen Vorgeschichte zumindest hinterfragenswert erscheinen lässt.
In meiner damaligen Rezension der Bücher konzentrierte ich mich vor allem auf das Thema Erdställe, allerdings ohne die mit diesen Gangsystemen in enger Verbindung stehenden „Lochsteine“ einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Das soll nun nachgeholt werden.
Der Begriff „Lochstein“ wird von Heinrich Kusch als ein spitz zulaufender, bis zur Hälfte eingegrabenen Menhir definiert, in dessen oberem Drittel sich mindestens ein von Menschenhand gemachtes Loch befindet, welches bei unveränderten Originalsteinen einen Durchmesser von 3 bis 3,5 cm hat. Bei einigen Exemplaren wurde es (im Rahmen einer späteren Sekundärnutzung) erweitert, um beispielsweise eiserne Halterungen mit quadratischen Querschnitt aufzunehmen. Die Löcher liegen meist 1 bis 1,5 m über dem heutigen Bodenniveau (siehe die nachfolgenden Abbildungen). 
Links: Nachträglich versetzter Lochstein in der Gemeinde Kleinschlag/Eichberg (heute Gemeinde Rohrbach an der Lafnitz). Mitte: Ein 1,8 Meter aus dem Boden herausragender Lochstein bei der Gemeinde Puchegg. Inklusive dem nicht sichtbaren Teil könnte seine Gesamtlänge bis zu 3 Metern betragen. Rechts: Lochstein oberhalb eines alten Hohlweges in der Gemeinde Vornholz. Wie schon bei dem Exemplar auf dem Bild in der Mitte ist auch hier die Spitze bereits zerstört. Ob durch Verwitterung oder Menschenhand ist nicht mehr feststellbar. | Abbildungen: aus Tore zur Unterwelt (2009) und Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Geraume Zeit ging man relativ einhellig davon aus, dass die heute noch in der Landschaft stehenden Lochsteine allesamt aus dem Spätmittelalter oder der Neuzeit stammen und vor allem als Tor- bzw. Gattersteine dienten. Doch handelt es sich dabei wirklich um das tatsächliche Alter und den ursprünglichen Verwendungszweck? Zweifel an dieser Theorie sind berechtigt, nachdem Heinrich Kusch vor wenigen Jahren mittels aufwändigen TCN-Datierungen erstmals ein wesentlich höheres Alter feststellte und überdies herausfand, dass Lochsteine – sofern sie nicht im Zuge einer späteren Sekundärnutzung versetzt wurden – häufig über Erdställen stehen. Wobei die gedachte Längsachse des Lochs den Verlauf des darunter liegenden Ganges zu markieren scheint. Darüber, und um einige weitere spannende Fragen, soll es im folgenden Interview mit Herrn Kusch gehen.


Sehr geehrter Herr Kusch, mit Ihren beiden Büchern Tore zur Unterwelt (2009) und Versiegelte Unterwelt (2014) haben Sie frischen Wind in die Erdstall- und Lochstein-Forschung gebracht. Wie sind die Reaktionen in den Medien und der Fachwelt ausgefallen?
„Im Internet, in den Printmedien und Fachjournalen gab es in den letzten sieben Jahren für diese beiden Bücher über 800 sehr positive Rezensionen und eine hohe Anzahl (über 60) von bis zu acht Seiten langen Farbberichten, die in zahlreichen Zeitschriften aus Ländern wie Österreich, Schweiz, Deutschland, England, Italien, Australien, Türkei usw. publiziert wurden. Selbst die Zeitung Pravda (Russland) berichtete auf zwei Seiten über die Bücher. Das Thema selbst wurde mehrmals verfilmt. So prozuzierten ein italienisches, ein deutsches und drei österreichische Kamera-Teams (z.B. ServusTV, Petrus van der Let) Filme mit Längen von 45 bis 100 Minuten. Bei den Rundfunk- und Fernsehanstalten in Österreich und Deutschland gab es zahlreiche Live-Interviews im Rahmen von Radiosendungen und 12 Fernsehberichte beim ORF.
Was nun die wissenschaftliche Fachwelt betrifft, so sind die Reaktionen zu 99 Prozent positiv. Nur zwei Privatpersonen, keine Wissenschaftler, mit mangelhafter fachlicher Qualifikation glauben alles besser zu wissen. Kritik kann immer konstruktiv sein, aber nicht wenn versucht wird veraltetes Wissen durch ständiges Wiederholen, falsche Argumentation und mittels Lügen sattelfest zu machen. Die Wissenschaft muss frei im Denken sowie in ihren Handlungen sein und bleiben, sonst wird es keine neuen Erkenntnisse mehr geben! 
Wenn wir langjährig erarbeitete wissenschaftlich Resultate vorlegen, kann man diese zwar mit einer gezielt manipulierten Argumentationstechnik soweit verdrehen und verändern, dass die vorgebrachten Kritiken im ersten Moment schlüssig erscheinen. Jedoch können diese Skeptiker ihre kritischen Äußerungen weder beweisen noch unsere Fakten widerlegen. In den meisten Fällen hat man die Gegenargumente nur irgendwo abgeschrieben, verändert und an die kritisierte Situation angepasst. Werden jedoch bewusst und mit Vorsatz Textstellen manipulativ weggelassen oder umgeschrieben, hat dies mit Wissenschaft oder seriöser Kritik nichts mehr zu tun! Mit einer solchen Vorgangsweise wären wir wieder im tiefsten Mittelalter angelangt und nicht im 21. Jahrhundert.“ 
Einige Lochsteine befinden sich an Orten, die mir als Standort für den von der Fachwissenschaft bisher postulierten Verwendungszweck als Tor- bzw. Gattersteine reichlich ungeeignet erscheinen – siehe etwa das Beispiel auf dem obigen rechten Bild. Auch stellt sich die Frage, wieso ausgerechnet die steirische Landbevölkerung im Spätmittelalter/der frühen Neuzeit unzählige Steine zu primitiv anmutenden Torpfosten hätte umfunktionieren sollen, indem man in diese mühevoll Löcher bohrte, wenn doch gleichzeitig der deutlich leichter bearbeitbare und weitaus gebräuchlichere Baustoff  Holz zur Verfügung stand. Ist es nicht schon alleine deshalb sehr wahrscheinlich, dass hier in den meisten Fällen eher eine Sekundärnutzung bzw. ein Recycling prähistorischer Lochsteine vorliegt? Was war es, das Sie an der althergebrachten Lehrmeinung zum ersten Mal ernsthaft zweifeln ließ?
„Sie haben mit Ihrer Fragestellung völlig recht, denn manche Steinsetzungen befinden sich an Orten wie steilen Waldhängen oder am Böschungsrand oberhalb eines tiefen eingeschnittenen Hohlweges (siehe Ihr angeführtes Beispiel), wo ein Gatter- oder Torstein völlig nutzlos erscheint.
Aufmerksam gemacht auf diese steirischen Kulturdenkmale hat uns Herr Dr. Lothar Wanke (†) aus Graz, ein bekannter österreichischer Felsbild- und Megalith-Fachmann, mit dem wir auch gemeinsam einige Expeditionen zu Plätzen früher südasiatischer Megalithkulturen in Indien unternahmen. Durch viele ähnliche Reisen in Europa, Asien, Afrika und Mittelamerika, deren Zielsetzung die Erforschung tausender künstlicher unterirdischer Anlagen und Naturhöhlen war, lernten wir in den letzten vier Jahrzehnten die megalithischen Hinterlassenschaften der Menschheit auf vielen Kontinenten unserer Erde zu schätzen. Aufgrund dieser langen internationalen Tätigkeit als Wissenschaftler konnte ich mir nicht nur ein praktisches sondern auch ein theoretisches Grundwissen aneignen, mit dem ich heute in der Lage bin archäologisch interessante Plätze leicht im Gelände zu erkennen.
Als ich dann das erste Mal selbst vor einem „alten“ Lochstein in einem Waldgebiet stand faszinierte mich gleich die Patina des Steines, die auf ein hohes Alter hindeutete. Dies veranlasste uns in der Folge solche Steine im Gelände zu suchen, zu fotografieren, zu kartographieren und zu vermessen. Was mich und meine Frau in den Bann zog war die überaus große Anzahl dieser prähistorischen Steinsetzungen im Raum nördlich von Hartberg.
Teile der Steiermark sollen Ihrer Meinung nach seit dem späten Jungpaläolithikum mit Lochsteinen geradezu übersät gewesen sein – was wohl auch als Grund dafür angenommen werden kann, warum sie sich für Bauern über Jahrhunderte zur Sekundärnutzung anboten. Trotz fortschreitender Zerstörung durch Mensch und Natur stehen auch heute noch etliche dieser Objekte in der Landschaft herum. Wie viele sind es ungefähr? Und kümmert sich die offiziellen Denkmalschützer um ihren Erhalt?
„Wir konnten bisher gemeinsam mit interessierten Personen aus der einheimischen Bevölkerung sowie vier Studenten der Karl-Franzens-Universität Graz in der Oststeiermark weit über 550 Lochsteine und Menhire aufnehmen und registrieren. In der Weststeiermark sind derzeit noch zusätzlich an die 40 Stück bekannt. Allerdings wurde dieses Gebiet von uns noch nicht umfassend bearbeitet. Es werden jährlich neue unbekannte Steinsetzungen gemeldet und von uns aufgenommen. Auch von ehemaligen, heute aber zerstörten Steinkreisen berichtet man uns. Wie Sie richtig erwähnen, wurden und werden fortwährend alte Lochsteine von den Besitzern entfernt, weil sie einfach keine Funktion mehr haben und den landwirtschaftlichen Maschinen im Wege stehen. Wir schätzen, dass es allein in der Oststeiermark einst zwischen 1.000 und 2.000  solche Steinsetzungen gab, wenn nicht wesentlich mehr. 

Für den Denkmalschutz stammen diese megalithischen Monumente aus dem Mittelalter und der Neuzeit. In diesen Zeiträumen standen sie als Tor- oder Gattersteine (für Absperrungen), als Richtsteine, Grenzsteine u.v.a.m. in Verwendung – was ja auch stimmt. Nur ist diese Art der Verwendung eine „Sekundärnutzung“ von bereits vorhandenen prähistorischen Steinsetzungen!
Obwohl bei vielen Gehöften Lochsteine vorzufinden sind, hat dieses Phänomen mit den mittelalterlichen Siedlungen alleine rein gar nichts zu tun. Denn im Mittelalter war gerade das betreffende Gebiet spärlich besiedelt. Aus einer frühmittelalterlichen Verkaufsurkunde wissen wir, dass in dieser weitflächigen Region zu dieser Zeit gerade einmal 10 Huben (Gutshöfe) bekannt waren. Erst in der Neuzeit entstanden über 80 Prozent der heute bekannten Gehöfte. Und warum sollten sich die Besitzer steinerne Torpfosten aus weit entfernten Steinbrüchen aus dem Fels meißeln und diese teils tonnenschweren Steine dann über viele Kilometer hinweg auf schlechten oder gar keinen Wegen transportieren, wenn sie dies, wie Sie es ja bereits vorher erwähnt haben, mit Holz, das vor Ihrer Haustüre vorhanden war, wesentlich leichter und schneller bewerkstelligen konnten?“

In einer Ihrer Publikationen schreiben Sie, dass die Aufstellungsorte von Lochsteinen für die Kirche heidnische Kultplätze waren und deshalb in etlichen Fällen, ganz im Sinne des Kirchenvaters Augustinus, ‚christianisiert‘ bzw. umgeweiht wurden; etwa indem man auf den Steinen christliche Symbole anbrachte oder sie gleich ganz entfernte. Überdies wurden an den so ‚gereinigten‘ Orten Holzkreuze (Marterl), Kapellen oder Bildstöcke errichtet. Da nun aber Lochsteine einst Gangsysteme/Erdställe markierten, würde dies bedeuten, dass heute ein Gutteil der christlichen Nachfolgebauten ebenfalls auf deren verborgene Existenz im Untergrund hinweist. Als Beleg führen Sie beispielsweise zwei oststeirische Bildstöcke an, die aufgrund darunter liegender Hohlräume langsam im Erdreich versinken (siehe die beiden nachfolgenden Bilder). Gibt es weitere Hinweise, die Ihre Theorie untermauern?

Links: Schräg stehende Kapelle am Kalvarienberg bei Miesenbach. Bei der Verleung einer Stromleitung brach ein Bagger vor dem Bauwerk in einen Felsgang ein, der unterhalb in den Berghang führt. Die Stelle wurde wieder verfüllt, doch seit dieserZeit kippt die Kapelle schräg nach vor, weil das Schüttmaterial langsam in den Gang nachrutscht. Rechts: Schräg eingesunkene Kapelle bei Schachen, unter der sich ebenfalls ein Hohlraum befinden dürfte, dessen Deckenteil nachgegeben hat. In 15 Metern Entfernung steht ein Lochstein, dessen Loch genau auf die Kapelle ausgerichtet ist. | Abbildung: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
„Es gibt relativ viele Beispiele in der Literatur, die auf unterirdische Anlagen unter Kirchen, Kapellen, Schlössern und Burgen hinweisen. Dieses Phänomen ist in ganz Europa verbreitet. Die besten Informanten – nach einigen wenigen Wissenden in der Kirche – sind die Grundbesitzer bzw. die bäuerliche Bevölkerung, die in ihrem Erinnerungsschatz ein tradiertes Wissen bewahrt hat, das erstaunlich und nicht zu unterschätzen ist. Einheimische machten uns in vielen Regionen darauf aufmerksam, dass die Lochsteine Hinweise auf unterirdische Gänge oder deren Verlauf sein sollen. Dies hat sich vielfach bewahrheitet, weil bei jenen Gehöften, wo Steine vor den Häusern stehen, sich drunter meistens auch unterirdische Anlagen befinden oder befanden (in einigen Fällen wurden sie zwischenzeitlich zugeschüttet). Wir haben das in unseren beiden Büchern auch entsprechend dokumentiert. Nur stammen diese unterirdischen Anlagen auf keinem Fall aus dem Mittelalter oder der Neuzeit, sondern sind älter! Die heute existierenden Häuser, Kirchengebäude oder Burgen wurden einst auf sie draufgesetzt. Im Klartext bedeutet dies, dass Lochsteine, Menhire und unterirdische Anlagen bereits davor da waren. Manchmal wurde beim Bau der jeweiligen Gebäude ein unterirdischer Gang oder eine Kammer durch Zufall angeschnitten, wie es auch beim heutigen Hausbau in unseren Regionen immer noch passiert. Die Steinsetzungen wurden je nach Lage entweder „in situ“ belassen oder versetzt.
Hinzu kommt, dass sich europaweit in Märchen, Hausgeschichten und Sagen auf solche Orte konkrete Hinweise finden, die in vielen Fällen einen realen Hintergrund besitzen. Hier haben wir es mit einem Jahrhunderte bzw. Jahrtausende alten tradierten Wissen zu tun, das natürlich vielfach umgeschrieben wurde, aber immer auch ein Körnchen Wahrheit beinhaltet! Nicht umsonst werden Lochsteine in einigen Regionen von der Bevölkerung als „Torhüter“ bezeichnet, die den „Zugang von der Oberwelt in die Unterwelt“ bewachen sollen. Damit sind die unterirdischen Anlagen gemeint.“

Lochsteine und Erdställe findet man nicht nur in der Steiermark bzw. Österreich, sondern auch anderenorts in Europa. Könnte es sich hierbei um die Überreste einer locker zusammenhängenden Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Glaubensvorstellungen handeln – ähnlich den späteren Kelten? Wäre es zu weit gegriffen, gar von von einer Art Lochstein- oder Erdstall-Kultur zu sprechen?
„Sie haben recht, wenn Sie schreiben, dass man „Erdställe“ eigentlich weit verbreitet in Europa vorfindet. Nur würde ich sagen, dass diese Bezeichnung – abgeleitet von einem Begriff aus dem 15. Jahrhundert (1449): „Stelle unter der Erde“ – nicht ganz stimmt, denn eigentlich sind es „Unterirdische Anlagen“ in unterschiedlicher Ausführung.  Aus der katholische Kirche erhielten wir den Hinweis, dass sie im Hochmittelalter als „Schratteln“ bezeichnet worden sind. Das Wort kommt aus dem Tschechischen und wird vom Begriff „sraz“ hergeleitet – was soviel wie „Abgang“ bedeutet. Zwergen– oder Schratzllöcher sind uns gut bekannte Bezeichnungen, denn sie werden in Sagen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland häufig verwendet. 
Nun verfügen wir durch unsere Datierungen erstmals über den Nachweis, dass die Erdställe prähistorischen Ursprungs sind. Bereits Jahrzehnte davor haben Erdstallforscher darauf hingewiesen, dass dies so sein könnte, weil hunderte archäologische Fundstücke wie Steinbeile, Silexklingen, Webstuhlgewichte, Steinkugeln u.v.a.m., die dem Neolithikum (= Jungsteinzeit) zuzurechnen sind, in vielen unterirdischen Anlagen bereits im vorigen Jahrhundert entdeckt wurden. Da aber im Rahmen von Altgrabungen diese Funde meist in Verfüllungen festgestellt werden konnten und diese stratigraphisch nicht zuweisbar waren bzw. nachbearbeitet wurden, hat man sie zwar manchmal publiziert, jedoch in der Folge ganz einfach ignoriert. Dies hätte bei einer gut durchgeführten wissenschaftlichen Recherche sofort auffallen müssen. 
Bedauerlicherweise wird heute immer noch die längst überholte Annahme verbreitet, dass alle Erdställe im Mittelalter errichtet worden sind. Diese gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung ist weder durch mittelalterliche Dokumente noch durch andere wissenschaftliche Beweise belegt! So geben die durchgeführten 14C-Datierungen von entdeckten Holzkohlestücken nur jenen Zeitraum an in dem die Holzkohle – unter welchen Umständen auch immer (Mensch, Tier, Wetter) – in den Erdstall hinein gelangte, nicht mehr! Solche Datierungen lassen in keiner Weise Rückschlüsse auf Grabungstätigkeiten zu und sind noch lange kein definitiver Beweis, der die Errichtung dieser unterirdischen Anlagen zu einem bestimmten Zeitraum bestätigt!
Auch wir können nichts über das genaue Entstehungszeitalter dieser Hohlräume aussagen, außer dass viele der von uns untersuchten Beispiele in der Prähistorie aus dem Fels geschlagen wurden. Wer diese Erbauer waren und ob sie einer uns heute noch unbekannten steinzeitlichen Kultur angehörten, die durch die Überreste megalithischer Denkmale in Europa präsent ist, wäre beim aktuellen Forschungsstand reine Spekulation. Ich persönlich finde, dass man für alle Fragen offen sein sollte, denn die Wirklichkeit könnte vielleicht alles übertreffen was wir uns vorstellen können.“

Steirische Lochsteine sowie weitere Menhire wurden von Ihnen mittels TCN datiert. Die dabei erzielten Ergebnisse stehen seit einigen Jahren von der Forschung unwiderlegt im Raum. Könnten Sie kurz erläutern, um was es sich bei TCN-Methode, die den meisten Lesern nicht geläufig sein dürfte, handelt? 
„Bei der naturwissenschaftlichen Datierungsmethode TCN (Terrestrial Cosmogenic Nuklides) besteht die Möglichkeit quarzhältiges Gestein auf ein Richtwert-Alter hin zu untersuchen. Etwa wann das Gestein zum ersten Mal dem Sonnenlicht (Isotopenstrahlung) ausgesetzt worden ist oder wann es der Sonne nicht mehr ausgesetzt war (siehe Beispiel in nächster Frage). Die erste Anwendungsart nennt sich „Exposure Age“ (Oberflächenalter), bei der die Nutzung der Produktion von kosmogenen Nukliden nachgewiesen wird; die zweite nennt sich „Burial Age / Burial-dating“, die den Zerfall von radioaktiven kosmogenen Nukliden im Gestein aufzeigt. Es wird je nach Datierungsart die Kristallstruktur vom Quarz gemessen, in der eine Veränderung stattgefunden hat. Dabei kommt es zur Bildung oder Rückbildung von Aluminium- (26Al) und Berylium- (10Be) Atomen im Quarzgestein. In einem aufwendigen Verfahren werden diese Atome in reinstem Quarz mittels eines Teilchenbeschleunigers gemessen. Dieses Resultat kann dann mit Berücksichtigung der vorgeschriebenen Basisdaten zur Berechnung des Alters herangezogen werden.“

Sie haben die Beprobung der Lochsteine nicht in Eigenregie durchgeführt, sondern sich dabei eng mit einem Team von Experten abgesprochen, das Sie beispielsweise bei der Auswahl geeigneter Objekte für die TCN-Datierung beriet. Wie darf man sich diese Zusammenarbeit konkret vorstellen?
„Wir wurden schon vor mehr als einem Jahrzehnt mit der TCN-Datierung konfrontiert als wir mit in- und ausländischen Geologen in Höhlen des mittleren Murtales in der Steiermark Quarzgerölle bargen, die in der Vergangenheit durch Wässer in Naturhöhlen des mittelsteirischen Karstes eingelagert worden waren. Diese Gerölle wurden mit der TCN-Methode datiert um den Einlagerungszeitraum mittels „Burial-dating“, also das „Bestattungszeitalter“ der Quarzgeschiebe, ermitteln zu können. So war es möglich einen Richtwert zu bekommen wann diese Gerölle in die Höhle gelangt sind. Es war ein Forschungsprojekt, das die Erdwissenschaftler und Geologen der Universität Graz und der Universität in Glasgow (Schottland) im Rahmen einer Dissertation gemeinsam durchführten. Meine Frau und ich unterstützen diese Arbeit, weil wir in den dafür vorgesehenen Naturhöhlen jene Stellen kannten, wo Quarzgerölle an den Wänden oder den Deckenteilen vor Jahrhunderttausenden bzw. Jahrmillionen festgesintert waren. 
In der Folgezeit informierten wir uns in internationalen Fachzeitschriften, in denen von Archäologen berichtet wurde, die die TCN-Methode für Ihre Fragestellungen und Untersuchungen in den letzten beiden Jahrzehnten einsetzten. Dies brachte uns auf die Idee, diese Methode auch bei unseren prähistorischen Steinsetzungen und alten unterirdischen Steinbauten anzuwenden (weil diese ja aus quarzhaltigem Gestein errichtet wurden). Nach einer umfangreichen Planung mit Fachleuten gelang es ein speziell auf unsere Anforderungen zugeschnittenes Forschungsprojekt vorzubereiten und zu finanzieren. Dann mussten die für eine Datierung in Frage kommenden archäologischen Objekte ausgesucht und schließlich die Proben fachgerecht entnommen werden. Die Abläufe wurden von einem professionellen Filmteam begleitet, um sie – von der Probenentnahme bis hin zur Auswertung in den Universitätslabors – zu dokumentieren. Wir wussten damals noch nicht wie die Resultate der Datierung aussehen würden, waren dann aber doch einigermaßen überrascht. Durch nachfolgenden Untersuchungen konnten die Ergebnisse allerdings bestätigt werden.
Bei diesen Probenserien wurden nur die vom Menschen bearbeiteten Oberflächen der Steine beprobt; um eine Vergleichsbasis zu bekommen außerdem noch zwei unbearbeitete Felsoberflächen aus der näheren Umgebung. Die Endauswertungen (Datierungen) erfolgten nach entsprechender Aufbereitung der Steinproben in den Labors der Purdue-University in Indiana (USA). Die zweite Datierungserie wurde an der Lomonossow-Universität in Moskau (Russland) und die dritte Serie über das Scottish Universities Environmental Research Centre an der Universität in Glasgow (Schottland) durchgeführt.
Derzeit wird von uns in einem neuen Forschungsprojekt eine sehr aufwendige vierte Datierungsserie mit über 20 Proben von Lochsteinen, Menhiren, Abdeckplatten, unterirdischen Gängen und auch unbearbeiteten Gesteinsoberflächen (als erweiterte Vergleichsbasis) durchgeführt; finanziert wird dies dankenswerterweise vom Fürstentum Lichtenstein.“
Im Fall eines von Ihnen in Sommersgut/Vorau datierten Lochsteins (siehe die nachfolgenden Abbildungen) ergab sich ein Bearbeitungsalter/Exposure Age von knapp 14000 Jahren. Damit stammt das Objekt aus dem Jungpaläolithikum bzw. Magdalénien. Könnte es sich dabei theoretisch nicht auch um einen Findling handeln, der vor 14000 Jahren von einem schmelzenden Gletscher freigegeben bzw.  erstmals dem Sonnenlicht ausgesetzt wurde, und den erst viel später – möglicherweise im Mittelalter – Menschen in einen Lochstein/Gatterstein umgestalteten? 
„Das Wort „Findling“ setzt immer voraus, dass es sich wirklich um einen Findling handelt! Wie Sie richtig bemerken, werden so Steine bezeichnet, die ein abgeschmolzener Gletscher freigibt, nachdem sie oft über Jahrtausende von dessen Eismassen bedeckt und umgelagert worden sind. Dies trifft jedoch bei allen unseren Menhiren und Lochsteinen in der Nordoststeiermark nicht zu, weil sich diese in einer Region befinden, die während der letzten Eiszeit geologisch nachweisbar von keinem Gletscher bedeckt war! Also kann es im weiteren Umfeld von Vorau auch keine „Findlinge“ aus der letzten Eiszeit geben, wohl aber möglicherweise Findlinge einer vorangegangenen früheren Eiszeit! Vergleiche mit anderen Gebietsabschnitten wären in einem solchen Fall nicht zulässig, weil die geographisch-klimatologischen Voraussetzungen zur damaligen Zeit sehr unterschiedlich waren. Die Eisgrenze der letzten Kaltzeit befand sich damals rund 100 km Luftlinie weiter nordwestlich im Hochgebirge – und nicht bei Vorau.   

Das „Exposure Age“ des betreffenden Lochsteines wurde vom wissenschaftlichen Labor der Purdue-Universität (USA) korrekt ermittelt und ist ein Richtwert für ein Mindestalter eines vom Menschen bearbeiteten Steines! Bearbeitete Steinplatten wittern nicht aus dem Fels aus, sondern wurden von uns unbekannten Menschen aus tieferen Schichten eines fest anstehenden Gestein in einem Steinbruch gebrochen und dann nachbearbeitet. Unser datierter Lochstein muss irgendwo im Raum Vorau bei einem derzeit noch unbekannten prähistorischen Steinbruch aus dem massiven Fels gebrochen worden sein. Anders ist sein relativ junges geologisches Alter (14.000 Jahre vor heute) nicht erklärbar. Und warum sollen Menschen vor rund 10.000 bis 14.000 Jahren Steine brechen und diese dann einfach im Gelände liegen lassen? Etwa damit später die bäuerliche Bevölkerung daraus Lochsteine oder Überdeckplatten herstellen kann? Solche Überlegungen widersprechen jeder vernünftigen Denkweise.
Bei Erdstallanlagen können wir beispielsweise beweisen, dass die bearbeiteten und von uns datierten Deckplatten genau an und in die gemauerten Steingänge angepasst worden sind! Allein bei drei Anlagen bekamen wir Auswertungen zwischen 10.000 und 11.000 Jahren vor heute. Außerdem haben wir uns durch zwei TCN-Datierungen von neutralen Felsoberflächen aus der näheren Umgebung dieses Lochsteines abgesichert. Diese beiden Resultate weisen ein Alter von über 50.000 bzw. 55.000 Jahre auf! Das würde bedeuten, wenn unser datierter Lochstein z. B. im Mittelalter von Menschen in einem Bachbett, an einem Hang oder im Gelände geborgen und danach bearbeitet worden wäre, dass er ein Mindestalter von über 50.000 – 55.000 Jahre haben oder noch älter sein müsste – und nicht knapp 14.000 Jahre vor heute. Denn die Sonneneinstrahlung durchdringt jeden an bzw. knapp unter der Oberfläche liegenden Stein und lässt ihn entsprechend altern und auch verwittern. Allein das beweist unwiderruflich, dass die Möglichkeit der Fertigung im Mittelalter bei unserem datierten Lochstein nicht zutrifft! Sehr wohl kann aber der Stein im Mittelalter oder in der Neuzeit, durch den Menschen wieder neu aufgestellt oder versetzt worden sein (Sekundärnutzung).
Hinzu kommt, dass man in Westeuropa im Rahmen von archäologischen Ausgrabungen bei megalithischen Kulturdenkmalen ein Mindestalter von weit über 7.500 Jahre vor heute durch die Datierung von archäologischem Fundmaterial (Bestattung / Grabbeigaben) aus dem Neolithikum (= Jungsteinzeit) feststellen konnte. Das heißt, dass in Europa Steinsetzungen von Megalithkulturen nachweisbar dem prähistorischen Zeitraum – derzeit noch „Unbestimmter Zeitstellung“ – angehören und nicht dem Mittelalter! Dies trifft auch auf mehrere unterirdischen Anlagen in der Umgebung von Vorau zu, die in der Vergangenheit mit künstlich errichteten (und mittels TCN datierbaren) Trockenmauergängen vor bzw. in diesen Anlagen versehen worden sind.“ 

Links: Auswertung der laut TCN-Datierung in Frage kommenden Zeitebene, in welcher der Lochstein bearbeitet und vermutlich auch aufgestellt wurde. Rechts: Mit Kamera dokumentierte Probeentnahme an einem Lochstein in Sommersgut (Gemeinde Vorau). | Abbildungen: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Detaillierter Computerausdruck der TCN-Datierung des in Sommersgut (Gemeinde Vorau) stehenden Lochsteins. Demnach wurde dieser vor 13 953 Jahren (± 333 Jahre) bzw. dem Jungpaläolithikum von Menschenhand gebrochen, bearbeitet und aufgestellt. | Abbildung: aus Versiegelte Unterwelt (2014) – (C) Heinrich Kusch / Verlag V. F. Sammler | Bearbeitung: HILTIBOLD.Blogspot.com
Ist ein drittes Buch geplant, in dem die jüngeren Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.
„Wir arbeiten gerade an zwei neuen Sachbildbänden mit interessanten Inhalten.“

Vielen Dank, Herr Kusch, dass Sie meinen Lesern und mir so bereitwillig Auskunft gegeben haben. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer weiteren Forschungsarbeit.
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Weiterführende Literatur:

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Die Exzellenzinitiative des Bundes soll nach Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in eine dritte Phase gehen. Umfasste das Programm bisher drei große Förderlinien, die Graduiertenschulen, die Exzellenzcluster sowie die Zukunftskonzepte der Universitäten, wird sich in der zukünftigen Exzellenzstrategie einiges verändern. Entsprechend den Empfehlungen eines internationalen Evaluationsgremiums unter Vorsitz von Dieter Imboden soll das Format der  Graduiertenschule zur Förderung von Postgraduierten und Postdoktoranden ersatzlos gestrichen. Neu in die Förderung aufgenommen wird hingegen die „Exzellenzuniversität“. In der Begründung für die Fortführung des Programms heißt es von Seiten der GWK: „Das neue Exzellenzprogramm wird die Spitzenforschung an deutschen Universitäten weiter voranbringen und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit als Wissenschaftsstandort stärken.“
 
Das Ziel der Stärkung der Universitäten ist unter allen Beteiligten sicherlich unbestritten. Kritik entzündet sich an der Frage, ob und wie nachhaltig die Exzellenzinitiative die Wissenschaft und insbesondere die Geisteswissenschaften unterstützt, oder ob sie diese sogar in negativer Weise betrifft. Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die neue Exzellenzstrategie auf den wissenschaftlichen Mittelbau und dessen berufliche Perspektiven haben wird.
 
Der VHD wird am 5. Oktober 2016 an der Goethe-Universität Frankfurt im Renate-von-Metzler-Saal ab 17.15 Uhr über dieses Thema diskutieren mit:
 
Prof. Dr. Birgitta Wolff
Präsidentin der Goethe-Universität
 
Prof. Dr. Peter Strohschneider
Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft
 
Dr. Ulrich Schüller
Abteilungsleiter „Wissenschaftsystem“, Bundesministerium für Bildung und Forschung
 
Prof. Dr. Martin Schulze Wessel
Sprecher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien an der LMU München
 
Prof. Dr. Tilmann Reitz
Professur für Wissenssoziologie und Gesellschaftstheorie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
 
Jan-Martin Wiarda (Moderation)
Freier Journalist
 
Der Eintritt ist frei. Wir bitten um vorherige Anmeldung unter info@historikerverband.de.
 
Der Renate-von-Metzler-Saal befindet sich auf dem Campus Westend, Casinogebäude, Theodor-W.-Adorno-Platz 2a, 60323 Frankfurt am Main.

Sammelband „Wirtschafts- und Rechnungsbücher des Mittelalters und der frühen Neuzeit“

Schon im vergangenen Jahr erschien als open access-Veröffentlichung: Gleba, Gudrun/ Petersen, Niels: Wirtschafts- und Rechnungsbücher des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Formen und Methoden der Rechnungslegung: Städte, Klöster, Kaufleute. Göttingen 2015. https://univerlag.uni-goettingen.de/handle/3/isbn-978-3-86395-201-3 Oder auch hier: http://www.oapen.org/search?identifier=610383 Der Sammelband geht zurück … Weiterlesen

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